In eigener Sache
Dein Zugang zu Automotive-Entscheidern

Warum verkaufen manche Unternehmen einfach an BMW, Bosch oder Continental? Während andere jahrelang gegen die Wand rennen?

Es ist nicht das bessere Produkt. Es ist Zugang.

Die Automobilindustrie ist ein Closed Club. Du bist drin. Oder draußen.

Draußen heißt: 20.000 € für eine Messe, 100 Visitenkarten, 3 echte Gespräche. Oder Kaltakquise. Mit 95% Ablehnungsquote.

Entscheider bei OEMs und Zulieferern folgen mir. 80.000. Vom Team Lead bis in den Vorstand. Sie vertrauen mir. Weil ich ihre Sprache spreche. Und seit 2 Jahren jeden Sonntag in ihrem Postfach bin.

Ein Partner hat daraus 250 Anmeldungen für ein Webinar generiert. Ein anderer 60 qualifizierte Leads.

Das ist kein Werbekanal. Das ist der Zugang, den du sonst nicht bekommst.

Herzlich willkommen zur 104. Ausgabe von Der Autopreneur.

Stell dir vor, Porsche stampft den 911er ein. Genau das hat Tesla letzte Woche gemacht.

Das Model S wird eingestellt. Das Auto, das 2012 die Industrie verändert hat. Das Auto, mit dem der Mythos Tesla begann.

Aber das ist erst der Anfang.

Tesla verliert nicht einfach nur ein Modell. Sondern sein ganzes Autogeschäft. Und Elon Musk? Der hat einen Plan.

Heute schauen wir uns an, was da gerade wirklich passiert. Erfindet sich Tesla gerade neu? Oder ist das der Anfang vom Ende?

Die Underdog-Story

Um zu verstehen was passiert, müssen wir kurz zurückblicken.

2012 bringt Tesla das Model S auf den Markt.

Die Branche lacht: Ein Elektroauto von einem Startup? Das wird nie funktionieren.

Unvergessen: Ex-VW-Chef Matthias Müller. 2017 erklärt er Tesla zum Nischenanbieter. Keine ernstzunehmende Konkurrenz für VW.

Drei Jahre später war Tesla mehr wert als VW, BMW und Mercedes zusammen.

Mit dem Model S hat Tesla E-Autos cool gemacht. Kein Öko-Statement mehr für eine kleine Nische. Sondern ein begehrenswertes Produkt für die technologische Avantgarde.

Und noch was: Die Idee, dass ein Auto über Nacht besser werden kann. Per Software-Update. Wie ein Smartphone. Tesla hat das Software-Defined Vehicle erfunden.

Sie werden zum Symbol für alles, was die etablierten Hersteller nicht hinbekommen. Der Außenseiter, der das Unmögliche schafft.

Elon wird zum reichsten Menschen der Welt. 2020 wird Tesla zum wertvollsten Autobauer. Das Model S hat die Autoindustrie komplett auf den Kopf gestellt. Und eine neue Ära losgetreten.

Genau dieses Auto wird jetzt eingestellt.

Was ist passiert?

Die Zahlen für 2025 geben die Antwort:

  • Umsatz: 94,8 Mrd. $ (-3%)

  • Gewinn: 3,8 Mrd. $ (-46%)

  • Auslieferungen: 1,6 Mio. Fahrzeuge (-9%)

Im Q4 wird es noch deutlicher: Der Gewinn ist um 61% auf 840 Mio. $ eingebrochen. Zum Vergleich: 2022 hat Tesla in einem einzigen Quartal rund 3,7 Mrd. $ verdient.

Es ist das erste Mal in der Firmengeschichte, dass der Umsatz sinkt.

Der symbolische Tiefpunkt: BYD überholt Tesla als weltweit größten E-Auto-Hersteller. 2011 hat Elon Musk noch über BYD gelacht. Jahre später sagt er dann: Ihre Autos sind "sehr wettbewerbsfähig".

Model S und Model X? Machen zusammen mit dem Cybertruck nur noch 3% der Verkäufe aus. 50.000 Stück gegenüber 1,6 Mio. Model 3 und Y.

Model S/X/Cybertruck-Verkäufe marginal (bi1)

Elon selbst hat vor Jahren zugegeben: Model S und X werden nur noch aus "sentimentalen Gründen" gebaut.

Damit ist jetzt Schluss.

Warum sind die Zahlen so schlecht?

  1. Das Produkt: Die Modellpalette ist veraltet. Seit dem Model Y 2020 kam kein neues Massenmodell. Das lange angekündigte 25.000-Dollar-Auto? Wurde zugunsten des Robotaxis gestrichen. Das einzige neue Modell war der Cybertruck. Und der ist gefloppt.

  2. Die Konkurrenz: Der First-Mover-Vorteil ist weg. 2012 war Tesla allein. Heute bauen alle Automarken E-Autos. Wer ein Elektroauto will, hat Auswahl. Und die größte Konkurrenz kommt aus China. Sie sind günstiger und haben viel aktuellere Modelle.

  3. Musk selbst: Auch wenn das kontrovers diskutiert wird. Sein politisches Engagement hat der Marke geschadet. Allein in Europa hat Tesla 2025 rund 28% weniger verkauft obwohl der Markt gewachsen ist.

  4. Die Politik: Die Trump-Regierung setzt alles daran, E-Mobilität klein zu halten. Das trifft besonders Tesla. Die Subventionen für E-Auto-Käufer wurden gestrichen. Dazu kommt: Auch die Einnahmen aus dem Verkauf von CO₂-Zertifikaten brechen ein. Daran hat Tesla jahrelang Milliarden verdient.

Teslas Reaktion?

Weg von Autos. Hin zu dem, was Tesla "Physical AI" nennt.

Das ist nicht die KI, die E-Mails schreibt oder Bilder generiert. Das ist KI, die in der echten Welt operiert. Die sieht, sich bewegt, mit Dingen interagiert. Robotaxis. Humanoide Roboter.

Und Tesla meint es ernst. Drei Projekte stehen im Fokus:

1. Optimus: Teslas Stammwerk in Fremont (Kalifornien) wird umgebaut. Dort hat Tesla bisher Model S und X gebaut. Jetzt werden die Produktionslinien auf den humanoiden Roboter Optimus umgestellt. Langfristiges Ziel: 1 Mio. Roboter pro Jahr.

2. Robotaxis: Teslas Robotaxi-Service läuft bereits in Austin, bisher noch mit Sicherheitsfahrern. In San Francisco bietet Tesla einen Fahrdienst mit Fahrer an. 7 weitere US-Städte sollen im ersten Halbjahr folgen. Außerdem soll im April das Cybercab in Produktion gehen. Ein Auto, ohne Lenkrad und Pedale.

3. xAI: Tesla investiert 2 Mrd. $ in Musks KI-Startup xAI. Begründung: Synergien beim autonomen Fahren.

Um das alles zu finanzieren, investiert Tesla 2026 über 20 Mrd. $. Mehr als doppelt so viel wie 2025.

Analysten fassen es so zusammen: "Forget the Tesla you knew. The Tesla of yesterday is gone." Sie nennen es einen "Point of no Return". Es gibt kein Zurück mehr.

Was wirklich passiert

Die offizielle Story: Tesla transformiert sich vom Autohersteller zum KI-Konzern.

Analysten haben einen anderen Namen dafür: "The Great Decoupling". Der Tech-Analyst Scott Galloway sieht darin vor allem eins: Ein Ablenkungsmanöver vom schrumpfenden Autogeschäft.

Schauen wir genauer hin.

Robotaxi:

  • Elon verspricht seit Jahren, dass Full Self Driving kommt. Mit dem Robotaxi hat er nochmal draufgelegt

  • Waymo macht 400.000 Fahrten pro Woche. In 6 Städten. Mit 2.500 Fahrzeugen

  • Tesla? Die letzten bekannten Zahlen sprechen von 34 Fahrzeugen. Ein Fan hat in Austin 54 Fahrten dokumentiert. Keine war wirklich fahrerlos. Bei jeder Fahrt war ein Begleitfahrzeug dabei. In Kalifornien hat Tesla keine Genehmigung für fahrerlose Robotaxis

  • Und das Cybercab? Die US-Regulierung erlaubt maximal 2.500 solcher Fahrzeuge pro Jahr. Tesla will Millionen bauen

Optimus:

  • 2024 hat Elon behauptet: Der Roboter könnte Tesla zu einem 25-Billionen-Dollar-Unternehmen machen

  • Heute sagt er: Optimus wird in Teslas Fabriken noch nicht produktiv eingesetzt. Es ist ein R&D-Projekt

  • Und anders als bei E-Autos ist Tesla hier kein First Mover. Boston Dynamics, Unitree, Xpeng und viele weitere sind im Rennen

  • Genau wie bei E-Autos gewinnt am Ende, wer am günstigsten produziert. Die Chinesen haben also gute Karten

xAI:

  • Elons KI-Startup verbrennt rund 1 Mrd. $ pro Monat. Bei nur 500 Mio. $ Jahresumsatz

  • Zum Vergleich: OpenAI erwartet 13 Mrd. $ Umsatz für 2025

Soweit der Reality-Check.

Trotzdem: Tesla ist mehr wert als die 25 größten Autohersteller zusammen.

Wie erklärt sich das?

Tesla wurde schon immer wie eine Tech-Company bewertet. Nicht wie ein Autobauer. Das sieht man am Kurs-Gewinn-Verhältnis:

  • Bei VW liegt das bei 5

  • Bei Ford bei 8

  • Bei Apple und Amazon bei 30 bis 40

  • Bei Tesla über 250

Das hat funktioniert, solange das Autogeschäft die Wachstums-Story getragen hat. Das tut es nicht mehr. Also braucht es neue Narrative.

Deshalb nennen immer mehr Analysten Tesla einen "Meme-Stock". Die Bewertung hat sich von der Realität entkoppelt. Der Kurs wird nicht mehr von Umsatz und Gewinn getrieben. Sondern von Hype, Hoffnung und einer loyalen Fanbase.

Und auch das sollten Tesla-Aktionäre verstehen:

Elon Musk besitzt nicht nur Tesla. Er kontrolliert auch SpaceX und xAI. Und zwischen diesen Firmen fließt Geld hin und her.

Ein Beispiel:

  • Elon kauft Twitter für 44 Mrd. $

  • Der Wert crasht auf 9 Mrd. $

  • Dann kauft xAI Twitter und bewertet es plötzlich wieder mit 33 Mrd. $

  • Damit sind die Twitter-Investoren gerettet. Mit dem Geld der xAI-Investoren

Und wer finanziert xAI? Unter anderem Tesla und SpaceX. Beide haben jeweils 2 Mrd. $ investiert.

Das hat einen Beigeschmack. Tesla-Aktionäre haben Elon schon 2024 verklagt. Der Vorwurf: Er soll Mitarbeiter und Ressourcen von Tesla zu xAI abgezogen haben. Die Klage läuft noch.

Trotzdem übernimmt SpaceX jetzt xAI komplett. Und auch ein Merger von Tesla und SpaceX steht im Raum.

Das Muster: Wenn eine von Elons Firmen in Probleme gerät, fängt eine andere sie auf. Das ist Financial Engineering. Und Elon beherrscht das wie kein Zweiter. Aber es gibt ein Problem.

Elon Musk hält rund 15% an Tesla. An SpaceX und xAI deutlich mehr. Wenn er einen Merger verhandelt, sitzt er auf beiden Seiten des Tisches. Er verhandelt mit sich selbst. Und weil er mehr Anteile an SpaceX hält, wird er den Deal wohl nicht im Sinne der Tesla-Aktionäre verhandeln.

Mein Take

Fairerweise: Nicht alles läuft schlecht. Die Energiesparte ist um 27% auf 12,8 Mrd. $ gewachsen. Also Batteriespeicher und Solaranlagen.

Aber die eigentliche Story ist eine andere. Es geht nicht darum, dass Tesla Autos aufgibt. Sondern dass Elon den Fokus verloren hat.

Die Zahlen sprechen gegen Tesla. Das Autogeschäft schrumpft. Bei Robotik und Robotaxis haben sie keinen echten Vorsprung. Die Börsenbewertung sagt aber: Tesla wird diese Märkte dominieren. Das ist alles andere als sicher. Und dann ist da die Frage, wessen Interessen Elon eigentlich vertritt.

Das Paradoxe: Elon Musk hat die richtigen Themen früh erkannt. E-Autos. Software. Autonomes Fahren. KI. Robotik. Das Problem: Irgendwann wurde ihm das Autogeschäft zu langweilig.

Und so hat Tesla nach und nach seinen Vorsprung verloren. Bei E-Autos sind sie jetzt einer von vielen. Bei den Zukunftsthemen sind sie kein First Mover mehr.

Ob die Wetten aufgehen, ist offen. Einen Indikator gibt es aber: Sollte Tesla irgendwann tatsächlich mit SpaceX fusionieren, ist das ein Zeichen. Dann wissen wir: Es sieht nicht gut aus.

Bis dahin gibt es ein Gegenargument. Und das ist Elon Musk selbst.

Er wurde schon zu oft unterschätzt. Und konnte es am Ende doch wieder drehen.

Das musste auch Matthias Müller lernen.

PS: Am Dienstag bespreche ich das Thema noch ausführlicher im Podcast und auf YouTube.

🔗 Quellen

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Der Autopreneur Partnerships

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📊 Aktien-Performance

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Hier die Wochenperformance der wichtigsten Automotive-Werte:

Woche Δ: Kursveränderung der letzten Woche
YTD Δ: Kursänderung seit Jahresbeginn

Verstehen, was hinter diesen Zahlen steckt? Mein Briefing liefert die Hintergründe.

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Philipp Raasch

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