Anzeige
Teambuilding-Events sind langweilig

Ich war 10 Jahre bei Mercedes. Mindestens genauso viele dieser Teambuilding-Events habe ich mitgemacht. An die meisten kann ich mich kaum erinnern.

Kochkurs. Escape Room. Bowling. Austauschbar.

Die XLETIX Challenge presented by MaxiNutrition ist mal was anderes. Ein Outdoor-Hindernislauf, bei dem Teams gemeinsam Schlamm und Hindernisse überwinden. 3 Distanzen. Für jedes Fitness-Level machbar.

Warum funktioniert das?
Gemeinsame Challenges verbinden.
Außergewöhnliche Erlebnisse bleiben hängen.

Firmen wie Mercedes, Würth und E.ON setzen bereits auf XLETIX.

Plane jetzt dein Team-Event für 2026:

Herzlich willkommen zur 100. Ausgabe von Der Autopreneur.

Das größte Rennen der Autoindustrie? Es geht nicht mehr um Reichweite. Nicht mehr um Ladezeit. Es geht um Roboter.

Diese Woche war die CES in Las Vegas. Und Hyundai hat dort eine überraschende Ankündigung gemacht. Ab 2028 wollen sie 30.000 humanoide Roboter pro Jahr produzieren.

Das meinen die ernst.

Und Hyundai ist nicht allein. Tesla baut den Optimus. BMW hat vor 2 Jahren mit Figure gestartet. Mercedes pilotiert Apollo. BYD plant 20.000 Humanoide bis Ende 2026.

The race is on.

Und es zeigt sich ein Muster: Die Autoindustrie baut nicht nur MIT Robotern. Sie baut jetzt AUCH Roboter.

Was passiert hier gerade? Und was bedeutet das für uns?

Warum Autobauer plötzlich Roboter bauen

Ein modernes Auto ist im Grunde ein Roboter auf vier Rädern.

Dieselben Batterien. Dieselben Elektromotoren. Dieselben Sensoren. Dieselben KI-Chips. Die Lieferketten überschneiden sich erheblich.

Wer Autos baut, kann auch Roboter bauen.

Elon Musk sagt: "Optimus wird mehr wert sein als unser Autogeschäft."

Hyundais Chairman: "Robotik wird 20% unseres Geschäfts bis 2030."

Roboter sind also die nächste große Wette der Autobauer.

Der Brownfield-Vorteil

Hier wird es interessant.

Unsere Fabriken sind für Menschen gebaut. Treppen. Schmale Gänge. Werkzeuge für Hände.

Klassische Industrieroboter brauchen neue, leere Hallen. Komplette Umbauten. Das kostet Milliarden.

Humanoide Roboter sind anders. Sie passen direkt in bestehende Abläufe.

Ein Atlas von Boston Dynamics (Hyundais Robotics-Tochter) geht durch dieselbe Tür wie du. Er greift denselben Schraubenzieher. Nimmt dieselben Treppen.

Unsere Welt ist für Menschen gebaut. Genau deshalb funktionieren Humanoide.

Das nennt man den Brownfield-Vorteil: Automatisierung ohne Fabrikumbau.

Hyundais humanoider Roboter Atlas (Boston Dynamics)

Die brutale Mathematik

Die ökonomische Logik ist nicht neu.

Schon 2015 rechnete der VW-Personalvorstand vor: Ein Roboter kostet im Betrieb nur einen Bruchteil eines Facharbeiters. Damals scheiterte es aber noch an der Flexibilität der Roboter.

Heute nicht mehr.

Ein deutscher Facharbeiter kostet etwa 45 Euro pro Stunde. Ein humanoider Roboter im Komplettpaket: 12 bis 15 Euro pro Stunde. Tendenz: fallend.

Was die Skeptiker sagen

Nicht alle sind überzeugt.

Anfang 2025 kam eine Fraunhofer-Studie zu dem Schluss: Humanoide Roboter sind bisher ein Irrweg. Zu langsam. Zu unzuverlässig. Zu unsicher.

Für den Einsatz in Fabriken mag das stimmen. Viele schaffen heute nur 2 bis 4 Stunden Akkulaufzeit.

Aber das ist zu kurz gedacht. Es geht nicht darum, was heute möglich ist. Es geht um die Zukunft. Und die kommt schneller als viele denken.

2 Dinge beschleunigen die Entwicklung:

  1. Das Demografieproblem. Für repetitive, körperlich belastende Jobs findet sich schlicht kein Personal mehr

  2. Die KI-Entwicklung. Roboter werden heute nicht mehr programmiert. Sie werden trainiert. Was früher Jahre brauchte, lernt der Roboter heute durch Demonstration. In Wochen

Und hier liegt der Punkt, den die Skeptiker übersehen.

Wer wartet, bis die Roboter "perfekt" sind, hat ein Problem: keine Trainingsdaten aus der eigenen Fabrik. Keine Erfahrung im realen Einsatz.

Tesla lässt seinen Optimus nicht laufen, weil er perfekt ist. Sondern damit er perfekt wird.

Denn: Wenn ein Roboter eine Aufgabe lernt, können alle anderen dieses Wissen sofort nutzen. Einer lernt, alle können es. Das ist der fundamentale Unterschied zu Menschen.

Wo wir heute stehen

BMW hat 2024 einen Piloten mit Figure in Spartanburg gestartet. Die Roboter legen Blechteile in der Karosseriefertigung ein. Über 30.000 BMW X3 sind so entstanden.

Tesla setzt Hunderte Optimus-Roboter in seinen Gigafactories ein. Dort sortieren sie z.B. Batteriezellen.

Humanoide starten dort, wo die Umgebung stabil ist (McKinsey)

Und China hat allein 2025 über 10.000 Humanoide produziert. 70% aller Humanoiden weltweit stehen in Asien.

Und Europa? Nur 6%. Laut McKinsey gibt es hier 7 Humanoid-Companies. Keine davon in der Pilot-Phase.

7 Companies, davon 0 in Pilot-Phase (McKinsey)

Das alte China-Playbook

In Peking überlässt man mal wieder nichts dem Zufall.

Schon Ende 2023 hat das Industrieministerium Humanoide zur strategischen Priorität erklärt. Das Ziel: Massenproduktion bis 2025. Der Staat behandelt sie wie E-Autos vor 15 Jahren.

Das Playbook kennen wir: Subventionen für Hersteller UND Anwender. Wer in China produziert, bekommt den Roboter quasi gesponsert.

Die Dichte an Humanoid-Startups ist nirgends höher. Schon 2024 wurden dort über 35 neue Modelle vorgestellt.

2025 investierte China 3,4 Mrd. Dollar in Robotik. 42% mehr als die USA. 70% der globalen Lieferkette liegt bereits dort.

Wenn China so weitermacht, könnte es so laufen wie bei E-Autos.

Roboter bauen oder Roboter kaufen?

Was, wenn der größte Werttreiber nicht die Einsparung in der Fabrik ist? Sondern der Roboter selbst das Produkt wird?

Morgan Stanley prognostiziert: Der Markt für humanoide Roboter könnte bis 2050 auf 5 Billionen Dollar wachsen. Der gesamte globale Automarkt liegt heute bei etwa 3 Billionen Dollar.

Das ist also kein Nischenmarkt. Da entsteht gerade ein neues Kerngeschäft.

Und das ist für Autobauer ziemlich attraktiv.

Wir sehen 2 Strategien:

  1. Die einen bauen Roboter als neues Produkt. Tesla, Xiaomi, Hyundai, BYD. Sie erweitern ihr Portfolio. Sie wetten darauf, dass der Roboter das nächste Auto wird. Nicht nur für die eigene Fabrik. Sondern für den Markt.

  2. Die anderen nutzen Roboter als Tool. BMW, Mercedes. Sie kaufen Roboter ein. Von Figure. Von Apptronik. Das Ziel: Die Produktion der Autos günstiger und effizienter zu machen.

Einerseits: Valide Fokussierung auf das Kerngeschäft.

Andererseits das altbekannte Risiko: Die deutschen Unternehmen machen sich abhängig von Tech aus China und den USA.

Und was passiert in Deutschland?

Es gibt Hoffnungsträger. NEURA Robotics aus Metzingen baut Humanoide. Und Schaeffler macht sowas wie einen strategischen Pivot. Von Autos zu Robotern. Auf der CES haben sie Antriebstechnik für humanoide Roboter gezeigt.

Für deutsche Zulieferer ist das eine Chance. Der Robotikmarkt wächst schneller als der Automarkt. Wer heute Komponenten für Autos baut, könnte morgen Komponenten für Roboter bauen.

McKinsey sagt: 40-60% der Kosten eines Humanoiden entfallen auf die Antriebe. Wer hier liefert, verdient an jedem Roboter mit.

Und dann gibt es da noch KUKA. Das war der deutsche Weltmarktführer für Industrieroboter. 2016 kam Midea aus China und kaufte das Unternehmen. Deutsches Know-how, über Jahrzehnte aufgebaut. Dann nach China transferiert. Für viele DAS Horror-Szenario.

Mein Take

Trotzdem sehe ich eine Chance.

Wenn ein Roboter in Deutschland genauso viel kostet wie in China: Warum dann noch dort produzieren?

Jahrzehntelang haben wir Produktion nach Asien verlagert. Der Grund: niedrige Arbeitskosten.

Wenn Roboter diesen Kostenvorteil auflösen, spielen andere Faktoren wieder eine Rolle. Nähe zum Kunden. Kürzere Lieferzeiten. Stabile und resiliente Lieferketten.

Aber ich sehe zwei Risiken:

  1. Viele Unternehmen sind nicht bereit. Sie kämpfen noch mit der Digitalisierung. Cloud-Migration. Datensilos. KI-Piloten. Das sind die Hausaufgaben, die noch offen sind. Roboter bauen darauf auf. Sie sind sowas wie der nächste Layer der Digitalisierung. Sie brauchen saubere Daten und vernetzte Systeme. Wer da noch kämpft, wird sich auch mit Robotern schwer tun.

  2. Wir könnten uns mal wieder selbst im Weg stehen. Bei neuen Technologien läuft es immer gleich. Skepsis. Überregulierung. Verlust von Wettbewerbsfähigkeit. Und diesmal kommt noch was dazu: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Betriebsräte und Gewerkschaften Humanoiden den Krieg erklären.

Aber hier ist der Punkt: Kaum ein Industriestandort braucht Roboter so dringend wie Deutschland. Hohe Löhne. Teure Energie. Fehlende Fachkräfte. Und eine Manufacturing-Basis, die gerade wegbricht. Roboter sind das fehlende Puzzlestück. Wir müssten eigentlich all-in gehen.

Aber wir sind auch der Standort, der am ehesten dagegen sein wird.

Industrieroboter haben unterm Strich keine Jobs vernichtet. Sie haben die übernommen, die sowieso keiner mehr machen wollte. Und gleichzeitig die Grundlage für neue Industrien und Arbeitsplätze geschaffen.

Die gute Nachricht?

Anders als bei Solar, Batterien oder KI ist der Zug hier noch nicht abgefahren. Wir sind noch im Rennen.

Die Frage ist nur: Machen wir dieses Mal was draus?

PS:

  • Neuer Rhythmus für 2026: Der Newsletter kommt weiterhin jeden Sonntag. YouTube und Podcast erscheinen ab jetzt dienstags um 7 Uhr. Das Briefing bleibt mittwochs.

  • Ich war zu Gast bei Sebastian Henßler. Im Elektroauto-News Podcast haben wir über die Zukunft der europäischen Autoindustrie gesprochen. Hier ansehen.

In eigener Sache
Der Autopreneur Pro

Keine Zeit für Marktbeobachtung?

Mein Briefing am Mittwoch liefert den kompletten Marktüberblick. Alle wichtigen Entwicklungen der Woche. Kompakt zusammengefasst. Mit meiner Einordnung. In 5 Minuten erfasst.

Das Ergebnis: Dein Team versteht das Big Picture. Trifft bessere Entscheidungen. Und treibt die richtigen Themen voran.

Teams von globalen Autobauern nutzen das Briefing bereits.

📊 Aktien-Performance

⎯⎯

Hier die Wochenperformance der wichtigsten Automotive-Werte:

Woche Δ: Kursveränderung der letzten Woche
YTD Δ: Kursänderung seit Jahresbeginn

Verstehen, was hinter diesen Zahlen steckt? Mein Briefing liefert die Hintergründe.

Das war’s für heute:

Wie hat dir die heutige Ausgabe gefallen?

Login or Subscribe to participate

Bis zum nächsten Mal,
Philipp Raasch

Weitere Optionen:

Weiterlesen