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Herzlich willkommen zur 101. Ausgabe von Der Autopreneur.

Die deutschen Autokonzerne haben 2025 so wenig verdient wie seit Jahren nicht mehr.

Der Hauptgrund: China.

BMW, Mercedes und VW haben dort zusammen unter 3,9 Mio. Autos verkauft. So wenige wie seit 13 Jahren nicht mehr. VW ist in China auf Platz 3 gerutscht. Hinter BYD und Geely.

Das klingt nach Untergang.

Aber jetzt passiert etwas Überraschendes:

Große amerikanische Investmentbanken stufen deutsche Autoaktien hoch. Goldman Sachs empfiehlt BMW und Mercedes zum Kauf. Noch vor kurzem haben sie vor deutschen Autoaktien gewarnt. Jetzt sind sie plötzlich optimistisch.

Was wissen sie, das wir nicht wissen? Erleben wir 2026 den Turnaround für die deutsche Autoindustrie?

Die Wette, die keiner erwartet

Man könnte jetzt denken: Die Investoren wetten auf ein Comeback der deutschen Marken in China.

Stimmt aber nicht.

Goldman Sachs, Morgan Stanley, UBS, Barclays, Bernstein. Ein Muster zieht sich durch alle Analysen: Keiner rechnet damit, dass deutsche Hersteller in China wieder Fuß fassen.

Im Gegenteil. Goldman Sachs hat ein Szenario durchgerechnet: Was passiert, wenn das China-Geschäft für BMW, Mercedes und VW komplett wegbricht? Also: Kein Gewinn mehr aus China.

Das überraschende Ergebnis: Selbst dann wären BMW und Mercedes an der Börse unterbewertet.

Bei VW sieht es anders aus. Sie brauchen China am meisten.

Die Analysten nennen das "China-Free Valuation". Die Idee: Der Markt hat die deutschen Autoaktien so brutal abgestraft, dass er China bereits mit null bewertet.

Manche gehen noch weiter. Sie sagen: Der Markt bewertet China sogar negativ. Als Verlustgeschäft, das die Gewinne aus Europa und den USA auffressen wird.

Die eigentliche Wette lautet also nicht: Kommt China zurück? Sondern: Können BMW, Mercedes und VW auch ohne China profitabel sein?

Der Absturz in China

China war der Gewinnmotor der deutschen Autoindustrie.

2016 und 2017 war der Peak. Die Joint Ventures bei VW haben zwischen 4 und 5 Mrd. € zum Konzernergebnis beigetragen. Jedes Jahr. Fast 1/3 des gesamten Konzerngewinns.

2023 waren es nur noch 2,6 Mrd. €. 2025 wird mit unter 1 Mrd. € gerechnet.

Die Ursachen kennen wir: Der Aufstieg von BYD. Der Preiskampf bei E-Autos. Und ein fundamentaler Wandel dessen, was chinesische Käufer unter "Premium" verstehen.

Besonders VW hat in China ein Problem. Sie gelten dort als altbacken. Technologisch abgehängt. Was für die Rentner-Generation. Das Problem: Der durchschnittliche Neuwagenkäufer in China ist Mitte 30.

Was Investoren erwarten

Die optimistischen Analysten rechnen für 2026 mit drei Faktoren:

  1. Europa stabilisiert sich. Der Markt wächst zwar kaum, aber er schrumpft auch nicht. Für 2026 erwarten sie leichtes Wachstum

  2. USA als Stresstest. Der US-Markt ist groß genug, um den China-Verlust teilweise zu kompensieren. Wachsen die Deutschen dort 2026? Dann funktioniert es vielleicht auch ohne China

  3. Die Sparprogramme zeigen Wirkung. Mercedes hat ein Sparprogramm über 5 Mrd. € gestartet. VW baut 35.000 Stellen ab. Und auch BMW will effizienter werden

Die These: Wenn die Kosten schneller sinken als die Umsätze, steigen die Margen. Auch ohne Wachstum. Zum ersten Mal seit 2 Jahren werden die Gewinnprognosen für deutsche Autohersteller wieder angehoben.

Analysten erwarten 2026 steigende Margen bei europäischen Autoherstellern (Reuters)

Prognostiziertes Gewinnwachstum: EU Autosektor vs. EU Gesamtmarkt (Reuters)

Für diese These spricht einiges. Aber sie übersehen etwas.

Die neuen Modelle

Die Investoren setzen auf Sparen. Aber 2026 passiert noch was anderes:

BMW, Mercedes und VW bringen ihre wichtigsten neuen Modelle seit Jahren. Kommunikativ haben sie ihr Schicksal an diese Modelle geknüpft. Wenn sie floppen, haben sie ein Problem.

  • Bei BMW ist es der iX3. Das 1. Modell der "Neuen Klasse"

  • Bei Mercedes der elektrische CLA und der GLC

  • Bei VW ein ganzes Portfolio mit seinen chinesischen Partnern

Die Masterfrage: Wann kommen diese Modelle? Und wann werden die Effekte messbar?

Bei BMW und Mercedes heißt es: spürbare Effekte erst in Q3 und Q4 2026. Bei VW sprechen wir von Ende 2026.

Mercedes und BMW haben ihren Zulieferern Prognosen für 2026 mitgeteilt. Jeweils unter 500.000 Fahrzeuge in China. Das entspricht einem Rückgang von rund 20% gegenüber 2025. Und dem Niveau von vor 10 Jahren.

Währenddessen planen die chinesischen Hersteller für 2026:

  • Huaweis Autoallianz HIMA will auf 1,3 Mio. (+120%)

  • Nio: 460.000 (+40% bis 50%)

  • Xiaomi: 550.000 (+34%)

Wir können hier also rauslesen:

Auch Mercedes und BMW erwarten sich von den Modellen keinen Turnaround. Das Ziel ist bescheidener. Den Abstieg verlangsamen. Und hoffentlich einen Boden finden.

Mein Take

Die Börse hat sich entschieden. Sie bewertet das China-Geschäft deutscher Autobauer nicht mehr als Chance. Sondern als Ballast.

BMW, Mercedes und VW sehen das anders. Sie wollen China nicht aufgeben und investieren weiter in den Markt. Ihr Ziel: Einen Boden finden.

Die Börse bestraft sie dafür. Ihre Botschaft: Der Niedergang ist unaufhaltsam. Hört auf, Geld zu verbrennen.

Aber selbst an der Wall Street ist man sich nicht einig. 2 Lager stehen sich gegenüber:

Die Optimisten setzen auf Gesundschrumpfen. Kleiner, aber profitabler. Ihre Wette: Rückzug aus China, Fokus auf Europa und USA.

Die Pessimisten warnen vor einer Value Trap. Die Aktien sehen zwar günstig aus, sind es aber nicht. Dahinter steckt ein struktureller Abstieg. Ein Turnaround wird nicht kommen.

Sie sagen: Ohne die Stückzahlen aus China gehen Skaleneffekte verloren. Die Kosten pro Auto steigen. Wer China verliert, verliert den wichtigsten Automarkt der Welt. Und damit die Grundlage für globale Wettbewerbsfähigkeit.

Beide Lager haben eins gemeinsam: Sie rechnen damit, dass China für deutsche Autobauer wegbricht.

Und das bringt uns zu einer unangenehmen Frage:

Was passiert, wenn China wirklich komplett wegbricht?

Diese Frage stellen wir in der Branche bisher kaum. Zumindest nicht öffentlich. Weil sie ein Signal sendet, das niemand senden will: Zweifel.

Aber das ändert nichts: Wir brauchen einen Plan B.

Bis dahin bleibt die Chance auf ein 3. Szenario: Einen Boden finden. Sich halten. Kleiner, aber profitabel.

Die deutschen Autobauer glauben daran. Die Börse nicht.

Einer von beiden liegt falsch.

PS: Am Dienstag gibt's das Thema ausführlicher im Podcast und auf YouTube. Wenn du keine Folge verpassen willst: Einfach abonnieren. Und: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Ich ordne nur ein, was gerade passiert.

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Philipp Raasch

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